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Wenn man mir das Unternehmerische nimmt, geht ein fundamentaler Teil meiner Persönlichkeit verloren

By Mai 14, 2019Uncategorized

Wenn man mir das Unternehmerische
nimmt, geht ein fundamentaler Teil meiner
Persönlichkeit verloren

SUNNIE J.
GROENEVELD
Mit ihrer Firma Inspire 925
setzt die Zürcherin digitale
Lösungen für Unternehmen
und Städte um.

BOLERO Zu welchem Zeitpunkt
hatten Sie das Gefühl, es geschafft zu
haben?
SUNNIE J. GROENEVELD Es gab viele
kleine Momente der Bestätigung. Zum
Beispiel, als die Kunden plötzlich auf
uns zukamen, anstatt umgekehrt. Als
ich meinen ersten Mitarbeiter eingestellt habe. Unsere Auszeichnungen,
die zeigen, dass jemand begeistert ist,
von dem, was wir tun. Mein Buch zum
ersten Mal im Handel zu sehen. Der
Zuschlag für die Standortinitiative
DigitalZurich2025, neu Digitalswitzerland. Lauter prägende Ereignisse, an
die ich mich gerne erinnere.
Was treibt Sie an?
Ich würde gerne morgens meinen Kaffee bei einer Kioskfrau kaufen, die Freude
an ihrem Job hat. Am Montag in den Zug
steigen und motivierte Gesichter sehen.
Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass Menschen zufriedener ins Büro
und durch den Alltag gehen.
Mit welchen Schwierigkeiten sehen Sie
sich in Ihrem Job konfrontiert?
Der Grundhaltung von Personen sowie
allgemeinen Problemen der Unternehmenskultur. Sehr viel scheitert am klassisch
schweizerischen Gärtlidenken. Um unser
Innovationspotenzial auszuschöpfen, müssen wir uns als Teil eines grösseren Ganzen verstehen. Auch täte es der Schweiz
gut, ein bisschen von ihrem Perfektionsanspruch abzulegen. Ja, Perfektion hat uns
gross gemacht. Das heisst aber nicht, dass
sie immer und überall sinnvoll ist.
Wie sehr spielt es in Ihrem Business eine
Rolle, dass Sie eine Frau sind?
Es gibt gewisse Dynamiken in der Geschäftswelt, die sich nicht wegdiskutieren
lassen. Ich persönlich fühle mich als weibliche Unternehmerin aber nicht per se benachteiligt. Die Daseinsberechtigung muss
man sich am Ende selber erteilen. Das bezieht sich nicht nur aufs Geschlecht, sondern auch auf die Seniorität.
Wie wichtig ist Ihnen Ihre optische
Erscheinung?
Stil ist primär eine sichtbare Art, Entscheidungen zu kommunizieren. Als Frau
hat man diesbezüglich mehr Möglichkeiten und entsprechend auch mehr Macht zu
steuern, was man dem Gegenüber mitteilen will. Meine persönlichen Stilpräferenzen: Eleganz. Und fache Schuhe.
Woran krankt unsere Zeit?
Ich glaube, dass insbesondere Politiker heutzutage zu oft in den Rückspiegel
schauen und zu wenig nach vorne. Zu viele
versuchen, mit vergangenheitsorientierten Themen zu polarisieren. Unsere Zeit
braucht mehr verantwortungsvolle und
konstruktive Persönlichkeiten, die Zukunftsthemen vorausschauend anpacken.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Bolero publiziert: http://sunnie-groeneveld.com/wp-content/uploads/2017/08/IWC_SunnieGroeneveld.pdf

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